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Rückblick auf das Foodcamp – “Was ist wirklich gesund?”, eine Glaubensfrage

foodcamp_diskussion

Das erste Foodcamp Vienna war mein erstes Barcamp, das sich nicht vorrangig mit digitalen Themen beschäftigte – und überhaupt mein erstes Barcamp seit langem. Ich bin zwar etwas voreingenommen, da Foodistin Nina das Event mitorganisierte, aber trotzdem: die Veranstaltung war top organisiert, behandelte Themen, die sonst oft zu kurz kamen, und brachte viele Foodies an einen Ort.

Foodcamp Nina und Dani

Die Foodcamp-Organisatorinnen Daniela Terbu und Nina Mohimi in Action.

Meine Highlights waren Lisa Stadlers geniale Sozialstudie zu Foodporn, die Open Kitchen im Kochsalon Wrenkh abends und die Tatsache, dass ich viele neue Leute und auch die Food Blog Award-Mitstreiter kennenlernen durfte. Ich habe darüber nachgedacht, ob das Thema Essen und Ernährung vor zehn Jahren so viele Menschen an einem Samstagvormittag zu einer Konferenz bewegen hätte können. Heute machen wir uns – meiner Wahrnehmung nach –  jedoch viel mehr Gedanken darüber, was wir zu uns nehmen. Und wie auch bei der Foodporn-Session diskutiert wurde: Kochen ist keine Pflicht mehr, sondern etwas, dass man sich “leisten” kann und etwas, was uns vom Alltag ablenkt.

Was ist wirklich gesund?”- eine Glaubensfrage

Deshalb wurde wahrscheinlich auch in der Diskussion, die ich moderiert habe, heftig diskutiert. “Was ist wirklich gesund?” war der Titel der Session. Zu Beginn merkte ich an, dass diese Frage wahrscheinlich mit einer Glaubensfrage gleichzustellen wäre. Ihre “Religion” haben mir Erwin Haas, Fabian Pimminger und Jürgen Liechtenecker erklärt.

Erwin verfolgt die “10-in-2″-Regel, kurz gesagt heißt das, er isst nur jeden zweiten Tag. Mit dieser Methode hat er 26 Kilogramm abgenommen. Da Gewichtsverlust nicht mit Gesundheit gleichzusetzen ist, fragte ich ihn, wie er sich in den Esstagen ernähre. Während “10-in-2″-Beginner anfangs wie bisher weiteressen, entwickle sich nach einer Zeit schon mehr Bewusstsein für gesunde Ernährung, betonte er.

Fabian ernährt sich – zumindest zeitweise – nach der Paleo-Diät. Wer (wie ich) Stunden seines Lebens auf US-Fitnessblogs verbringt, hat sicher schon davon gelesen. Paleo ist ein an die Steinzeit angelehnter, sehr basic gehaltener Ernährungsstil – also viel Gemüse und Protein, wenig Kohlenhydrate, wenig “processed”. Für viele im Publikum klang das etwas ziemlich extrem. Fabian gab zu, dass die Ernährung in der Praxis nicht immer einfach sei, er aber immer wieder Elemente in seinen Alltag einfließen lässt. Und wer glaubt, Paleo wäre einseitig, kann sich zum Beispiel auf Pinterest vom Gegenteil überzeugen lassen. Was Fabians Motivation war, auf Paleo umzusteigen: mehr Energie und besseres Wohlbefinden.

Jürgen meinte zwar einleitend, dass er keinen Standpunkt habe, aber natürlich hat er einen: Nach 20 Jahren auf verschiedenen Diäten, Ernährungsumstellungen und vielen ausprobierten Mitteln ist er zu dem Schluss gekommen, dass vor allem die Seele wichtig ist und sich nicht zu sehr stressen soll. Für ihn spielen außerdem Vitamine als Nahrungsergänzung eine wichtige Rolle.

Aus dem Publikum kam ein wichtiger Aspekt der Gesundheit, den wir fast vergessen haben: Sport. Hier waren sich sowohl Podium als auch das Publikum einig, dass Bewegung wichtig ist. Beim Thema Ernährung kamen wir jedoch auf keinen grünen Zweig – was mich freut, denn Gesundheit und Essen ist ja eine sehr individuelle Angelegenheit. Nicht jede Lösung passt für jeden. Der kleinste gemeinsame Nenner war, dass Ausgewogenheit am meisten Sinn macht.

Ich danke allen, die dabei waren und mitdiskutiert haben. Ist ein sehr spannendes Thema. Darum hier noch mal die Frage: Was ist wirklich gesund? Freue mich über eure Beiträge! Alle weiteren Beiträge zum Foodcamp sind am besten unter dem Twitter Hashtag #foodvie zu finden.

PS: Meine Religion habe ich spätestens bei der Kochsession verraten: Gemüse, Gemüse, Gemüse. Im Ernst, muss ich mich an einen Glauben halten, dann ist es Eating Clean. An dieser Stelle noch mal ganz großes Danke an die Organisatorinnen und Unterstützer des Foodcamps – war ein toller Tag!

Foodcamp Lisa

(Fotos von Jürgen Brandstetter)

About the author: Lisa

Journalist, digitalista and gym rat. Deputy Editor-in-Chief at digital marketing magazine Werbeplanung.at. Co-Founder of food blog Foodisten.com. Lover of San Francisco, tea and cinnamon. Avid admirer of Steve Martin

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